Höhenfahrt mit zwei Heissluftballonen von Stuttgart bis zum Chiemsee.

Höhenfahrt mit zwei Heissluftballonen von Stuttgart bis zum Chiemsee.

Das herrliche Wetter am dritten Sonntag im Mai ermöglichte zwei Crews der Ballonsportgruppe Stuttgart e.V. eine traumhafte Höhenfahrt.

In der zweiten Maihälfte wollte das Wetter so gar nicht nach interessanten Ballonfahrten im Großraum Stuttgart aussehen. Bis auf den Sonntag der 21. 05., da schienen auf einmal herrliche Fahrtbedingungen und in Höhen von grösser 4.000 Metern auch die Chance auf dreistellige Windgeschwindigkeiten als möglich. Kurzum fanden sich schnell zwei Crews der Ballonsportgruppe e.V. zu einer doch eher außergewöhnlichen Fahrt zusammen. Alles sprach dafür, dass es interessant werden kann: tolle Richtung nach Südbayern,  Geschwindigkeit mit der man dort auch  hin kommt und bereitwillige Verfolger, die auf einen morgendlichen Trip von Stuttgart bis südlich München Lust hatten.

Der größere der beiden Ballone – unser D-OSTW von den Stadtwerken – war mehr mit den „Altstars“ besetzt. Im kleineren 2.600 cbm D-OSTC von der BW-Bank war mit Ben und Sophie eher die Jungend vertreten. Für Sophie sollte es auch gleich eine Einweisung in Fahrten mit Sauerstoff und Höhen um 15.000 ft werden. In den letzten Jahren hat sich in unserem Verein ohnehin sehr stark das parallele Fahren mit mehreren Ballonen durchgesetzt. Dies wird untern anderem auf unsere sieben neuen Piloten und erfreulicherweise auch wieder Pilotinnen sowie den Anwärtern zurückzuführen sein. Und natürlich bringen diese gemeinsamen Aktionen nochmal einen zusätzlichen Anreiz für die Besatzungen.

So starten wir wie geplant ca. 03:15 UTC von unserem Startplatz am Cannstatter Wasen. Mit den entsprechenden Freigaben der Flugsicherung ging es dann zügig auf die 5.000 Meter.

Sonnenaufgang in 5000 Meter

Den herrlichen Sonnenaufgang hatten wir gerade noch ausgiebig genossen, da zog bereits Ulm unter uns durch. Das bedeutet auch, dass die erhoffte Geschwindigkeit – mit in der Spitze von über 100 km/h – tatsächliche Realität geworden war.

Höchstgeschwindigkeit mit 102 kmh

Schon tauchte Augsburg unter uns auf und auch der Fahrtenbetrieb der Augsburger Kollegen war bereits – wenn auch weit unter uns – angelaufen. München sauste, wie sonst eher ein mittelgroßes Dorf, unter uns durch. Trotzdem waren Hauptbahnhof, Allianz Arena und der Stachus bestens auszumachen.

Die Besatzung des D-OSTW – Stadtwerke Stuttgart

Nach rund drei Stunden Fahrt ging es dann südlich von Wasserburg am Inn ans tiefer gehen. Im kleineren Ballon gingen die 2xV70 und 2xV50 Flaschen zur Neige, was die Fahrt dann auch im herrlichen Gelände zwischen Inn und Chiemsee beenden sollte. Leider waren die längste Zeit der Fahrt die Alpen wegen einer entsprechenden Wolkendecke nicht zu sehen. Erst ganz zum Schluss ließ diese dann doch noch eine majestätische Sicht aus 5.000 Metern auf die Berge zu.

Die Ballone landeten nach rund 3,5 Stunden und 240 km Luftlinie in der Gegend von Amerang, SO Wasserburg a.I. mit einem Abstand von etwa 750 Metern. Die Verfolger waren bereits kurz nach der Landung da, was natürlich mit die größte Leistung an diesem Morgen war.  Dementsprechend fiel das morgendliche Landefest aus, was hier nicht weiter kommentiert werden muss.

Landesfest

Erst am späten Nachmittag waren wir dann nach einer sehr gelungenen Aktion wieder in Stuttgart zurück.

Albrecht Munz, Ballonsportgruppe Stuttgart e.V: